An der Playa de Palma ist ein Polizeieinsatz gegen fliegende Händler eskaliert. Videos zeigen Beamte der Policía Local in Schutzhelmen, umgeworfene Absperrgitter und Dutzende Menschen, die sich der Polizei entgegenstellen.
Touristen und Anwohner standen daneben und filmten. Am Ende blieb ein Bild, das mit dem Postkarten-Mallorca wenig zu tun hat.
Der Sommer der Razzien
Der Einsatz ist kein Einzelfall. Die Polizei geht seit Wochen systematisch gegen den illegalen Straßenverkauf an der Playa vor.
Anfang Juli wurden bei einem Großeinsatz zwölf Personen identifiziert. Ende Juli flüchteten die Händler bei einer Kontrolle so überstürzt, dass Sachschäden entstanden und Verkäufer mit ihrer Ware in Lokale rannten, mitten zwischen die Gäste. Anfang August beschlagnahmten die Beamten bei zwei Aktionen über 4.000 Artikel.
Bei einer weiteren Kontrolle wurden 2.760 Gegenstände in 83 Säcken sichergestellt, vor allem T-Shirts, Taschen, Bauchtaschen, Sportkleidung, Sonnenbrillen und Hüte. Bei einem der Einsätze wurde eine Polizistin verletzt.
Die Playa diskutiert
Unter den Videos wird heftig gestritten. Am meisten Zuspruch bekommt ein Kommentar, der die wirtschaftliche Seite betont: Wer als Selbstständiger Steuern zahle, müsse mitansehen, wie direkt vor seinem Laden illegal verkauft werde. Das sei unlauterer Wettbewerb.
Andere geben der Politik die Schuld. „Viele Jahre lang wurden keine Maßnahmen gegen die illegalen Aktivitäten ergriffen, dann passiert eben so etwas“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer bringt es auf die Formel: Wer Illegales dulde, bei dem falle es am Ende zurück.
Daneben stehen etliche Kommentare, die offen fremdenfeindlich sind und Gewalt gegen die Händler fordern.
Die Frage, die bleibt
Der Account, der die Aufnahmen verbreitet hat, stellt seinen Followern selbst die Frage, die den Kern trifft: Mehr Polizeikontrollen? Mehr Regulierung? Oder eine Lösung, die auch die Lage derer berücksichtigt, die auf der Straße verkaufen?
Beantwortet ist sie bisher nicht. Der nächste Einsatz kommt bestimmt.
KI-gestützt erstellt. Quelle: Instagram Mallorca Alert und Ultima Hora